Vom Suchen und Finden - Warum schwitzen wir und welche Alternative zum klassischen Deo habe ich gefunden?

Montag, August 07, 2017




*Transparenz - Dieser Artikel enthält KEINE bezahlten Produktplazierungen  oder PR Samples


Die Suche nach einer Alternative zu einem konventionellem Deo - sprich Roller oder Spray mit Alkohol und / oder Aluminiusalzen - beschäftigte mich über viele Monate hinweg. Es ist nicht gerade einfach eine funktionierende und zudem praktische Alternative zu dem bewährten Klassikern zu finden, wodurch ich viele Rückschläge einstecken und viele Enttäuschungen erleben musste. Welches Produkt mich letzten Endes am meisten von sich überzeugen konnte und nun bereits seit mehr als sieben Monaten im Dauereinsatz unter meinen Achseln ist, das möchte ich euch gerne im heutigen Artikel verraten.

Bei dem Ausspruch 'Man kann jemanden nicht riechen' handelt es sich nicht nur um einen, mittlerweile aus der Mode gekommenen, Spruch um die Antipathie einer bestimmten Person gegenüber zum Ausdruck zu bringen, sondern auch um eine Grundfeste unserer Evolution. Körpergerüche spielen heutzutage natürlich primär im Tierreich eine wichtige Rolle zur Erkennung und Suche von geeigneten Partnern, sind aber auch noch bei uns Menschen mehr oder weniger bewusst verantwortlich für die Entwicklung von Sympathie oder Antipathie gegenüber anderen. Verantwortlich dafür ist unter anderem das, im Schweißsekret enthaltene, Androstenon - ein hormonelles Abbauprodukt des Sexualhormons Testosteron.  







Warum schwitze wir und wie entsteht eigentlich Schweißgeruch?

Schweißdrüsen befinden sich an nahezu allen Stellen unseres Körpers und dienen neben der Regulation der Körpertemperatur, auch der Entgiftung des Körpers und dem Erhalt des Säureschutzmantels der Haut. Neben den Schweißdrüsen unterscheidet man noch spezielle Duftdrüsen, die z.B. im Bereich der Brustwarzen, Geschlechtsorgane und eben den Achseln vorkommen. Sie sind modifizierte Schweißdrüsen, welche sich im Sekretionsmechianismus von den klassischen Drüsen unterscheiden. Verantwortlich für den individuellen Körpergeruch sind lediglich die Duftdrüsen, welche dem Menschen einen ganz speziellen Geruch verleihen. Dieser ist einmalig (mit Ausnahme eineiiger Zwillinge) auf der Welt ist und kann daher eigentlich genau so wie unser Fingerabdruck gesehen werden. 

Direkt nach der Sekretion des Schweißes, ist dieser allerdings geruchlos. Erst die bakterielle Zersetzung auf der Hautoberfläche, verursacht nach und nach den typischen Schweißgeruch in all seinen Facetten. Sprich: je länger der Schweiß auf dem Körper verbleibt, umso intensiver entwickelt sich sein Aroma. 



Die Ursprünge des Deodorants.

Gepflegte Achseln und der Wunsch nach Schutz vor ungewollter Nässe und unangenehmen Gerüchen, beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten. Bereits im alten Ägypten verwendete man pflanzliche Öle und spezielle Mineralien, welche eine adstringierende  - also eine schweißdrüsenverengende - Wirkung hatten. Der Grundstein moderner Deos wurde also bereits in einer Zeit gelegt, die einerseits zwar noch weit entfernt von heute gültigen Schönheitsidealen und Techniken war und dennoch so viele Parallelen zu uns aufweist. 
Schlechte Körpergerüche wurden also bereits seit jeher mit Parfümstoffen überdeckt, auch wenn es das klassische Deodorant im heute gängigen Design natürlich noch lange nicht gab. Erst durch die wissenschaftliche Entdeckung der Schweißdrüsen selbst und die Rückschlüsse auf die Beeinflussung des Duftes durch Bakterien, brachte die Wissenschaftlicher dazu Ende des 19. Jahrhunderts das erste industriell gefertigte Deo auf Basis von Zinkoxid zu produzieren. Den ersten Deoroller gab es erst nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1952, das erste Deospray ab 1965 in Deutschland. 



Wie wirken heute gängige Produkte?

Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten, wie ein Deo auf der Haut wirken kann:

1. Überlagerung des Schweißgeruchs - durch Duft- und Parfümstoffe
2. Verringerung der Schweißproduktion - durch Adstringentien wie z.B. Aluminumchlorid
3. Hemmung der Bakterien - durch antibakterielle Substanzen wie z.B Alkohol

Egal ob solo oder in Kombination miteinander - die Auswahl an Produkten und Wirkkombinationen ist scheinbar unendlich. Hauptsächlich unterscheiden sich die meisten Produkte allerdings in der Beduftung. Egal ob herb, frisch, fruchtig oder floral - die Auswahl ist endlos und deckt alle Geschmäcker ab. Was die beiden anderen Wirkkomponenten angeht, bietet die Auswahl allerdings deutlich weniger Alternativen. Klassische Vertreter sind dabei der Alkohol und das Aluminiumchlorid. Beide wirken in bestimmten Konzentrationen und in Abhängigkeit von den individuellen Hauteigenschaften potentiell allergen und austrocknend. Hautreizungen, Jucken und geschwollene Lymphknoten können als Symptome auftreten und werden von vielen Anwenderinnen und Anwendern oftmals ohne zu hinterfragen toleriert. Auch ich habe immer wieder Probleme nach dem Auftrag stark parfümierter Deos gehabt. Meine Lymphknoten schmerzten und waren tageweise deutlich spürbar geschwollen. Erst nachdem ich auf sensitiv Varianten ohne übermäßig starke Beduftung umgestiegn bin, verschwanden diese Probleme. Während dieser Zeit verwendete ich gerne den Nivea Sensitive  Deoroller, welcher allerdings Aluminiumsalze enthält.  


Welche Alternativen habe ich?

Obwohl ich nach der ersten Umstellung meiner Deogewohnheiten deutlich besser mit den Produkten zurechtkam, wollte ich dauerhaft auf Deos ohne Aluminiumsalze und Alkohol umsteigen und parallel dazu auch komplett auf Sprays verzichten. Letzteres vor allem aufgrund der reizenden Aerosole, welche man zwangsläufig bei jeder Anwendung mit einatmet. Ich testete mich also querbeet durch Alternativprodukte aller Art - fand aber keines, das effektiv das Schwitzen eindämmte und parallel dazu auch die Entstehung unangenehmer Gerüche über mehrere Stunden hinweg verhinderte. Cremeprodukte (z.B. von Wolkenseifen) schienen lange Zeit die einzige Wirksame Alternative für mich zu sein. Leider empfinde ich die Anwendung mit dem Spatel als wahnsinnig unpraktisch - vor allem unterwegs. Bei sommerlich hohen Temperaturen können sich die Inhalte der Döschen außerdem verflüssigen, sodass das Produkt noch schwieriger zu applizieren ist. 

Neben den cremigen Texturen gibt es außerdem noch spezielle Puder Deodorants (z.B. 'The Greeench' von Lush), welche mit Hilfe der Hände unter den Achseln verteilt werden und Feuchtigkeit gezielt aufsaugen sollen. Ich empfinde diese aber als noch unpraktische und habe sie daher nicht selbst getestet. 






     Aromaco von Lush - Mein Lieblingsdeo      

Lush Aromaco Deo / Inhalt: 100 g / Preis: 7,25 €

Ingredients
Water (and) Hamamelis Virginiana Leaf Extract (Hamamelisaufguss), Propylene Glycol, Sodium Stearate, Matricaria Chamomilla Vinegar (Kamille-Essig), Sodium Bicarbonate, Pogostemon Cablin Oil (Patchouliöl), Citral, Limonene, Parfüm




Kurz nach Weihnachten stieß ich dann auf Aromaco von Lush, welches ich kurzerhand online orderte. Mit Spannung erwartet, fiel der erste Eindruck erst einmal ziemlich nüchtern aus. Der leicht erdige, an Moos erinnernde Geruch, der mir nach dem Auspacken direkt in die Nase stieg, traf nämlich so gar nicht meinen Geschmack und überraschte mich wirklich sehr. Nachdem das Deo allerdings einige Tage ohne Verpackung an der frischen Luft lag, verlor das anfängliche starke Aroma deutlich an Intensität und lies sich kurze Zeit nach dem Auftrag auch nicht mehr unter der Achsel wahrnehmen. Ursächlich für den ungewöhnlichen Duft, ist das im Deo enthaltene Patschuliöl. 

Anwendung   Lush bietet Aromaco in kleinen Blöcken zu je 100 g an. Diese werden ohne Umverpackung geliefert, sollten aber zu Hause auf jeden Fall in einer kleinen Dose oder zumindest im verschlossenen Schrank aufbewahrt werden, um das Produkt nicht übermäßig austrocknen zu lassen. Passiert es trotzdem einmal, dann kann der Block einfach kurz unter warmes Wasser gehalten werden, wodurch er wieder an Geschmeidigkeit gewinnt und sich spielend einfach unter der Achsel auftragen lässt. Dafür reibe ich mit dem Block ein paar Mal sanft über die Haut und verteile dadurch eine dünne Schicht des Deos. Ohne zu warten, kann ich mich im Anschluss direkt anziehen und umgehe damit das unschön feuchte Gefühl, welches man nach dem Auftrag eines Deorollers hat. Ein Abfärben auf die Kleidung konnte ich in den vergangenen Monaten zu keiner Zeit feststellen. 




Wirkung   An normal warmen und nicht übermäßig hektischen Tagen, muss ich mich lediglich am Morgen mit dem Deo einreiben und habe dann den gesamten Tag über keine Probleme mit Schwitzen oder unangenehmen Gerüchen. Am Abend spüre ich unter der Dusche noch richtig die trockenen Rückstände, welche das Deo unter der Achsel hinterlassen hat. Mit Seife und Wasser lassen diese sich aber im Handumdrehen wegspülen. Die Wirkung von Aromaco beruht zum einem darauf, dass es Feuchtigkeit durch enthaltenes Biokarbonat (sprich: Backpulver) aufsaugt und zum anderen die Poren mit Hilfe von adstringierenden Inhaltsstoffen verengt. Parallel dazu verhindert der antibakteriell wirkende Essig eine Geruchsbildung durch Mikroorganismen. Zu Guter letzt wirkt die Zaubernuss (Hamamelis) zudem beruhigend und regenerierend. 


Vorteile

- keine Deodämpfe und Aerosole
- kein Abfärben
- keine Trockenzeit
- kein dominanter Eigengeruch
- kein Alkohol
- keine Aluminiumsalze
- Adstringierende Wirkung durch Essig 
- feuchtigkeitsaufsaugende Wirkung durch Biokarbonate
- dauerhaft trockene Achseln



Nachteile

- Anwendung unterwegs eher unpraktisch
- Geruch
- enthält potentiell reizende Duftstoffe 





Neugrierig geworden? Hier findet ihr noch weitere Meinungen zu Aromaco und T'eo von Lush:



Habt ihr bereits Alternativen zu herkömmlichen Deos getestet? 



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4 Kommentare

  1. Ich habe auch nach einen Deo ohne Aluminiumsalze gesucht und leider keine für mich funktionierende Lösung gefunden. Leider schwitze ich auch ziemlich schnell durch Medikamente, die ich nehmen muss. Letztlich ist auch keinem geholfen, wenn ich meine Umwelt und mich selber voll stinke.
    Bei Lush werde ich auf jeden Fall noch mal gucken. Dein Bericht hört sich sehr interessant an.

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  2. Für mich das beste Deo aber ich muss dazwischen immer wieder andere nehmen ist so Art Gewöhnungseffekt! 😊 Schöne Fotos wie immer ! Lg babsi

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  3. Schwieriges Thema. Ich würde gerne eine andere Art von Deo ausprobieren, hab aber bislang nichts gefunden. Vieel feste Deos haben Inhaltssstoffe gegen die ich allergisch bin. Dein LUSH Deo hat es nicht, aber ich finde den Duftstoffmix bei LUSh immer ein wenig zu viel des Guten...

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  4. Ich habe einmal als Tipp für "Sommerfüße" gelesen, dass Wodka durch den Alkohol die Bakterienbildung eindemmt, welche für den Geruch verantwortlich ist. Wodka hat keinen Eigengeruch und ist daher besonders geeignet. Was gegen Fiußschweiß wirkt, wirkt auch unter den Achseln dachte ich mir, aber da ich Wodka dafür zu schade fand, entschied ich mich dazu, es mit einem Desinfektionsspray von DM zu versuchen. DAfür habe ich den Inhalt aufgeteilt und mir mit einer Mischung aus 1/3 Spray und 2/3 destilliertem Wasser die Achseln eingesprüht. Diese Mischung vertrage ich super und bin dadurch seit drei Jahren absolut schweißgeruchsfrei. Traut Euch, es tut wirklich nicht weh :)

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