Kaufen oder nicht? Die 'The Ordinary' Serum Foundation & Primer im Test

Mittwoch, September 27, 2017



In den vergangenen Wochen gab es wohl keine Foundation, die in den sozialen Medien so präsent war wie die The Ordinary Serum bzw. Full Coverage Foundation. Generell hatte die Marke bereits im vergangenen Jahr, dank reizarm formulierter Kosmetik in Kombination mit einem kleinen Preis, das Aufsehen in der Beautyblogger-Szene erregt. Paulas Choice hatte einen direkten Konkurrenten bekommen, der einerseits ähnliche Produkte anbietet, andererseits aber in einem ganz anderen Preissegment einem entsprechend größerem Publikum zugänglich ist. Die Wirksamkeit einiger Produkte sei zwar dahingestellt, leugnen kann man aber nicht, dass The Ordinary eine ziemlich gute Auswahl günstiger, aber super hautverträglicher Produkte auf den Markt gebracht hat. Auch ich besitze mittlerweile so einige Fläschchen der Marke und habe sie fest in meine tägliche Pflegeroutine eingebaut. Neben dem geringen Preis, der reizarmen Formulierung und dem generellen Hype um die Marke, besitzt die The Ordinary Foundation allerdings noch ein weiteres und wahrscheinlich auch ausschlaggebendes Kaufargument - die Farbauswahl! Während sich die klassische deutsche Drogeriemarke für vielleicht sechs oder sieben Farben bereits feiern lässt, bietet The Ordinary ingesamt 18 Nuancen zur Auswahl. Aufgebaut ist die Farbpyramide von sehr hell bis dunkel mit entsprechenden Farbabstufungen in den jeweiligen Unterkategorien. Besitzt man also beispielsweise sehr helle Haut, dann kann man noch zusätzlich (je nach Ausgangsfarbe) zwischen neutralen, pinken und gelben Untertönen wählen oder sogar auf eine Foundation mit silber- bzw. goldfarbenen Reflexpartikeln zurückgreifen. Einen entsprechenden Shade Guide findet ihr hier

Nach langem Überlegen habe ich, letztendlich durch die wahnsinnig positive Review von Hatice Schmidt, mich zum Kauf der Foundation entschlossen und diese nun in den vergangenen Wochen intensiv getestet. Wie ich mit ihr letztendlich zurechtgekommen bin, verrate ich euch in diesem Artikel. 




     The Ordinary // High Spreadability Fluid Primer      


The Ordinary Primer / Inhalt: 30 ml / Preis: 7,20 €

Ingredients 
Hexamethyldisiloxane, Cyclopentasiloxane, Caprylyl Methicone, PEG-12 Dimethicone/PPG-20 Crosspolymer, Dimethicone, Dimethicone/Vinyl Dimethicone Crosspolymer, Tocopherol




Meine Erfahrungen    Nachdem auch Hatice in ihrem Video die Vorzüge des Primers gelobt hatte, entschloss ich mich direkt beide Produkte im Set bei Deciem zu ordern. Der Primer befindet sich in der markentypischen Glasflasche und wird mit Hilfe einer Pipette entnommen. Das Design gefällt mir durch die satinierte Oberfläche und die minimalistische Gestaltung ausgesprochen gut. Ob die Pipette allerdings die ideale Darreichungsform für den Primer ist, sei dahingestellt. Ich persönlich kleckse mit ihr ziemlich stark herum und so passiert es auch schnell, dass ein Tropfen danebengeht und die ganze Flasche von außen mit Primer benetzt wird. Man sollte also immer vorsichtig die Pipette entnehmen und entsprechend zurück in die Flasche führen. Der Primer ist übrigens komplett geruch- und farblos. 

Für mein Gesicht verwende ich in der Regel zwei erbsengroße Tropfen, die ich erst in den Händen verteile und anschließend in schnellen Bewegungen mit den Händen im Gesicht verteile. Der Primer fühlt sich trotz des Silikongehalts nicht beschwerend oder unangenehm auf der Haut an - ganz im Gegenteil. Die Hautoberfläche wird durch das Produkt unglaublich weich und zart. Den Effekt finde ich wirklich erstaunlich und irgendwie so ganz anders, als ich es von anderen Primern gewohnt bin. Nach dem Auftrag warte ich meist ein oder zwei Minuten bis das Produkt eingezogen ist und trage im Anschluss direkt das Make-Up auf. 

Braucht man den Primer? Ich würde hier definitiv und ohne lange überlegen zu müssen mit ja antworten. Das liegt vor allem daran, wie sich Primer und Foundation beeinflussen und gemeinsam das, meiner Meinung nach, beste Ergebnis auf der Haut erzeugen. Ohne Primer hält die Serum Foundation deutlich kürzer auf meiner Haut, was sich vor allem im Bereich der T-Zone bemerkbar macht. Außerdem setzt sie sich deutlich schneller und sichtbarer während der Tragezeit ab und neigt dazu raue Stelle zu betonen. Während ich bei anderen Foundations so gut wie nie auf einen Primer zurückgreife, verwende ich die Serum Foundation von The Ordinary nie ohne. Kauft ihr also das Make-Up, dann rate ich euch auf jeden Fall dazu die 7,20 € zusätzlich für den Primer auszugeben um ein optimales Ergebnis auf der Haut zu erzielen. 







     The Ordinary // Serum Foundation     

The Ordinary Serum Foundation / Farbe: 1,2 N / Inhalt: 30 ml / Preis: 6,70 €

Ingredients
Cyclopentasiloxane, Aqua (Water), Caprylyl Methicone, Coconut Alkanes, Methyl Methacrylate Crosspolymer, Trimethylsiloxysilicate, PEG-9 Polydimethylsiloxyethyl Dimethicone, Coco Caprylate/Caprate, Dimethicone/PEG-10/15 Crosspolymer, Cetyl Diglyceryl Tris(Trimethylsiloxy)silylethyl Dimethicone, Dipropylene Glycol, Tocopherol, Polyglyceryl-3 Diisostearate, Polyglyceryl-3 Polyricinoleate, Polyglyceryl-4 Isostearate, Disteardimonium Hectorite, Hectorite, Sodium Chloride, Hexyl Laurate, Dimethicone/Vinyl Dimethicone Crosspolymer, PEG-10 Dimethicone, Stearic Acid, Alumina, Trisodium Ethylenediamine Disuccinate, Phenoxyethanol, Chlorphenesin. May Contain [+/-]: Titanium Dioxide (CI 77891), Iron Oxides (CI 77491, CI 77492, CI 77499), Tin Oxide, Aluminum Hydroxide, Bismuth Oxychloride (CI 77163), Mica, Triethoxycaprylylsilane.






Design   Im Gegensatz zum Primer befindet sich sowohl die High Coverage als auch die Serum Foundation in einem Pumpspender aus stabilem Plastik. Dieser besitzt eine angenehm matte Haptik und ist The Ordinary typisch schlicht designt. Einen zusätzlichen Deckel zum Schutz des Pumpspenders gibt es nicht. Obwohl ich ansonsten eher Fan von Glasflakons bin, empfinde ich das Packaging der Foundation dennoch als positiv, vor allem im Hinblick auf den geringen Preis. Ein hochwertiges, luxuriös anmutendes Produkt kann mir hier natürlich nicht erwarten. Auf Reisen macht sich der leichte Plastikflakon dafür bezahlt. 

Dosierung und Deckkraft   Um mein gesamtes Gesicht zu schminken benötige ich 1 - 1,5 Pumpstöße, welche ich mir auf dem Handrücken oder direkt auf die Hände appliziere. Die genaue Menge variiert je nachdem ob ich einen Pinsel, den Beauty Blender oder sogar nur die Handflächen zum Auftrag verwende. Das auffällige an der Foundation ist ihre sehr dünnflüssige, fast wässrige Konsistenz, welche ihr auch die Bezeichnung 'Serum' beleiht. Auf dem Handrücken läuft die Farbe tatsächlich in Windeseile weg, sodass man die Hand immer schön gerade halten sollte. Wer jetzt aber vermutet, dass die Deckkraft zugunsten der dünnflüssigen Konsistenz leidet, der irrt sich. Auf der Haut entfaltet die Serum Foundation nämlich eine optimale mittlere Deckkraft, die ich so nicht erwartet hätte. Trägt man das Make-Up schichtend auf, dann lässt sich sogar fast ein Full Coverage Finish erzielen. Unebenheiten, Rötungen, kleine Sommersprossen und Äderchen werden aber bereits beim Auftrag einer dünnen, einzelnen Schicht zuverlässig abgedeckt. Unter den Augen und auch in Bereichen größerer Pickel muss man allerdings zusätzlich einen Concealer verwenden. 




Auftrag und Finish   Was den Auftrag angeht, habe ich mit allen möglichen Utensilien herumexperimentiert und letztendlich für mich entschieden, dass ich am besten damit zurechtkomme, wenn ich das Make-Up erst grob mit den Handflächen verteile und anschließend mit einem angefeuchteten Beauty Blender einarbeite. Die Bereiche rund um den Haaransatz sowie am Übergang zum Hals, arbeite ich zum Schluss noch einmal mit einem Bürstenpinsel nach. Mit Pinsel und Bürsten solo habe ich im Auftrag deutlich schlechtere Ergebnisse erzielt. Zusammengefasst ist die Foundation also durchaus als anspruchsvoll im Auftrag zu beschreiben - zumindest wenn man ein möglichst perfektes, natürliches Ergebnis auf der Haut anstrebt. 

Im Finish zeigt sich die Foundation weder extrem matt noch verleiht sie meiner Haut einen strahlenden Glow, sodass ich sie nur leicht abpudere und lediglich im Bereich von Stirn und Nase einen Hauch mehr Puder appliziere. In Kombination mit dem Primer kann ich direkt nach dem Auftrag weder eine Betonung der Poren oder Flächen noch von trockenen Stellen wahrnehmen. Irgendetwas gefällt mir aber trotzdem nicht im Finish. Es wirkt irgendwie leblos uns stumpf, was ich eher bei einer Full Coverage Variante erwartet hätte - mir persönlich fehlt ein wenig die Natürlichkeit und Leuchtkraft.

Haltbarkeit   Last but not least noch ein paar Worte zur Haltbarkeit der Foundation. Auch hier bezieht sich meine Review wieder auf die Performance in Kombination mit dem Primer. Momentan bin ich etwas verschnupft, sodass ich ab und an ein Taschentuch benötige. Die ersten oder zwei Mal macht das die Foundation auch gut mit, spätestens gegen Mittag neigt sie aber dazu sich rund um die Nase abzutragen. Dort wo sie verbleibt betont sie trockene Stellen und wird uneben im Finish. In Fältchen oder Poren setzt sie sich bei mir allerdings nicht ab. Wie bereits eingangs erwähnt performt das Make-Up ohne den Primer deutlich schlechter. Dazu zählt auch, dass sich die Haltbarkeit verkürzt und das Betonen von Hautschüppchen im Bereich um Nase und Mund zunimmt. 




Fazit

Vergleiche ich die Performance der Foundation auf der Haut mit anderen Produkten aus dieser Preisklasse, dann schlägt sie sich jedoch auf keinen Fall schlechter, aber eben auch nicht herausragend besser. Im Vergleich zu hochpreisigen Markenprodukten schneidet sie für mich allerdings schlechter ab. Macht sie das aber zu einer ingesamt schlechten Foundation? Nein, das würde ich so nicht sagen, aber der Hype - den ganz Youtube um das Produkt veranstaltet - ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Sie ist gut, aber auf gar keinen Fall perfekt und dem sollte man sich vor dem Kauf auf jeden Fall bewusst sein. Andernfalls wird man schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und ist enttäuscht. Wer also eine qualitativ gute Foundation im niedrigen Preissegment sucht und bereit ist ein paar kleinere Abstriche zu machen, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf die Auswahl im Onlineshop werfen. Hast du allerdings von vorn herein ziemlich hohe Ansprüche was die Performance eines Make-Ups betrifft, dann ist die Foundation von The Ordinary eher nichts für dich, da sie meiner Meinung nach mit einem High End Produkt nicht wirklich mithalten kann. 



+ Preis
+ Farbauswahl
+ Deckkraft
+ Farbstabilität
+ Formulierung ohne Duftstoffe

- schwieriger Auftrag
- deutlich schlechtere Performance ohne Primer
- setzt sich etwas ab und neigt dazu trockene stellen zu betonen
- stumpfes Finish 



Swatches





Tragebilder

ohne Make-Up / nur mit der Serum Foundation / Foundation mit Concealer, Blush und Bronzer
ungeschminkt / Serum Foundation ohne zusätzliche Teint Produkte 



Neugierig geworden?   Weitere Meinungen findet ihr bei Magi, Shelynx und Carina.



Wie findet ihr die The Ordinary Foundation? 



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4 Kommentare

  1. Ich habe sie auch schon eine Weile zu Hause, aber noch nicht ausprobiert.. bin aber schon sehr gespannt, finde das Ergebnis bei dir sehr schön...

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  2. Super Review, vielen Dank. Ich glaube, für meine ölige Haut ist die foundation doch nicht ganz das richtige. Ich mag eine mattierende foundation einfach lieber

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  3. Ich denke, der größte Hype-Aspekt ist tatsächlich die Farbauswahl ... ich z.B. kann mir bei Drogerie-Foundations schlicht keine Ansprüche leisten. "Farbe passt" ist für mich das ausschlaggebende Kriterium, und seit Manhattan die Perfect Match überarbeitet hat, gibt es für mich da keinen einzigen Treffer. Wenn mein aktuelles Make-Up aufgebraucht ist, werde ich diese Foundation daher schlicht aus Mangel an Alternativen kaufen ;)
    Für mich ist sie daher auch ungetestet bisher schon den Hype wert.

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  4. Mit der Foundation hab ich echt so meine Probleme.
    Manchmal ist das ok und manchmal geht gar nicht.
    Aber mit dem super geilen Primer läuft es eigentlich.
    Tatsächlich nutz ich den Primer mittlerweile täglich, da jede Foundation darüber nochmal besser aussieht.

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